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Latein
Latein unterrichten momentan
Reinhard Hoyer und Ilona Urban
Sie möchten bei „Wer wird Millionär“ endlich mal weiter als 200 Euro kommen?Sie fragen sich, was sich hinter so merkwürdigen Abkürzungen wie „RIP“ verbirgt?Sie haben den Verdacht, dass Harry Potter bei seinem Zauberspruch „expelliarmus“ irgendwas falsch gemacht hat?Sie möchten den Zusammenhang zwischen „Offerte“ und „Oblate“ kennen?Sie sehnen sich nach einer Fremdsprache, in der man alles so ausspricht, wie es aussieht?
Der Anblick solcher Wörter wie „Plusquamperfekt“ oder „Akkusativ“ treibt Ihnen den Angstschweiß auf die Stirn?
Sie wundern sich über Steuerberatungsbüro „vectigalia“ oder Altersheim „vita nova“?
Wenn Sie nur eine dieser Fragen mit „ja“ beantworten können, sollten Sie unbedingt Latein als Zweite Fremdsprache am Berlin-Kolleg belegen. Wir beginnen in der E-Phase „bei Null“, also ohne Vorkenntnisse, und führen Sie im Grundkurs in drei Jahren bis zum Latinum.
Am Berlin-Kolleg können sie das Latinum durch die schriftliche oder mündliche Abiturprüfung oder in einer Ergänzungsprüfung erreichen.
Wozu brauchen Sie das Latinum?
Der Nachweis von Lateinkenntnissen – das „Latinum“ – wird an vielen Hochschulen für
Studienabschlüsse z. B. in Fremdsprachen, Geschichte, Philosophie, Theologie usw.
vorausgesetzt. Außerdem bleibt das Studium solcher Fächer wie Medizin oder Jura, auch wenn hier kein Latinum mehr verlangt wird, letztlich ohne Tiefgang und fällt um vieles schwerer. Wenn man erst an der Universität die Lateinkurse belegt, bedeutet das über mehrere Semester eine enorme zusätzliche Belastung.
Wozu nützt Latein heute?
Sie möchten bei Ihrem nächsten Sommerurlaub in Lateinien endlich mal in der Landessprache ein Brot kaufen? Dann müssen wir Sie leider enttäuschen – es gibt keine lateinischen Muttersprachler(innen) mehr (auch wenn weltweit mehrere Tausend Menschen fließend Latein sprechen können!), und die Alltagssprache wird im Lateinunterricht nur am Rande gestreift. Doch bietet die Beschäftigung mit dieser angeblich „toten“ Sprache viel mehr:
Durch die Übersetzung lateinischer Texte ins Deutsche erfahren wir, wie Sprachen funktionieren, machen uns menschliche Denkstrukturen bewusst und lernen in der kontrastiven Sprachbetrachtung, dass der Lateinunterricht der bessere Deutschunterricht ist.
Latein als Basissprache Europas macht Geschichte lebendig; wir begegnen der Kultur der Antike und des Mittelalters überall in Literatur, Musik, Kunst, Architektur usw.; durch das Nachdenken über Menschen in früheren Epochen erfahren wir wesentliche Dinge über uns heutige Menschen, und moderne Verhaltensweisen erscheinen im Spiegel der Jahrtausende in völlig neuem Licht.
Mutter Latein hat viele Töchter: Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Rätoromanisch sind die „Romanischen“ Sprachen; aber auch bei der Lektüre eines wissenschaftlichen Textes im Englischen muss man neidvoll feststellen, dass Lateiner(innen) mit den über 60% direkt aus dem Lateinischen abgeleiteten Vokabeln viel weniger Probleme haben. Und das unerschöpfliche Feld der deutschen Lehn- und Fremdwörter aus dem Lateinischen wird als “Beifang” gleich mit erschlossen.
Was begeistert euch an eurem Fach?
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Wir sind mit dem Unterricht zufrieden …
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Nennt drei Gründe, warum jemand dieses Fach wählen sollte?
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Welche Interessen oder Fähigkeiten sollte man für das Fach mitbringen?
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